02 – Ausstellungsrundgang: Andreas Schmid

Andreas Schmid: Treibholz

Die Lichtinstallation von Andreas Schmid (*1955) im Foyer des Kunstmuseums Stuttgart muss eine Doppelfunktion erfüllen: Sie ist Kunstobjekt und zugleich permanente Beleuchtung des 450 m² großen Raumes. Die 334 schlanken, eleganten Leuchtstoffröhren sind wie Treibholz (2005), so auch der Titel der Arbeit, an der 5,50 m hohen Decke des Foyers angeordnet.
Für die Installation hat Schmid 12 Partituren komponiert: Die einzeln ansteuerbaren Leuchtstoffröhren leuchten je nach Tageszeit schnell oder langsam in unterschiedlichen Formationen und variabler Intensität auf. Während das Haus tagsüber optisch belebt sein soll, erfordert die Bar in den Abendstunden einen sanfteren Licht- und Stimmungswechsel. Spät nachts und in den frühen Morgenstunden kommen nur wenige Leuchten zum Einsatz. Die Lichtfarbe ist zwar ein kaltes, jedoch nicht steriles, sondern klares Weiß, das sich von den übrigen Leuchtmitteln im Haus absetzt.

Andreas Schmid, Treibholz, 2004-05, Neonröhren, Kunstmuseum Stuttgart, Foto: Brigida González, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020