#becreative

# becreative – Kunst kreativ erleben

Farben „hören“!

Ab 6 Jahren

Material: Verschiedene Musikinstrumente bzw. Dinge mit denen Du Geräusche und Töne machen kannst

Das Bild mit dem Titel »Metaphysische Landschaft (mit Punkten)« hat der Stuttgarter Künstler Willi Baumeister 1954 gemalt. Du wirst Dich jetzt bestimmt fragen, was es mit dem Begriff »Metaphysik « auf sich hat. Die Metaphysik ist ein Grundbaustein der Philosophie und behandelt Fragen, beispielsweise ob wir nach dem Tod weiterleben oder ob es verschiedene Gottheiten gibt. Sie beschäftigt sich mit Dingen, die von den Wissenschaften nicht nachgewiesen werden können.

Du siehst auf einem hellen Hintergrund eine schwarze schwebende Fläche. An ihren Rändern leuchten bunte Farbflächen. Dünne und dicke Fäden kringeln sich daran wie kleine Propeller. Neben der schwarzen Fläche befindet sich ein orangerotes Quadrat, aus dem viele Punkte zu regnen scheinen. Welche Formen und Farben entdeckst Du noch?

Wenn Du das Bild betrachtest, fällt Dir bestimmt eine kleine Geschichte dazu ein? Vielleicht streiten sich die Farben ja, und jede will die größte und schönste sein. Oder eine Farbe versteckt sich. Du hast bestimmt eine Idee. Dann schreibe sie auf. Kannst Du Dir vorstellen, welche Geräusche die Farben und Formen machen?

Nimm nun Deine Musikinstrumente zur Hand und überlege Dir ein kleines Musikstück zu Deiner Geschichte. Kannst Du Dir vorstellen, welche Geräusche die einzelnen Farben und Formen machen? Vielleicht haben Deine Eltern oder Geschwister Lust mitzumachen, und jeder spielt ein eigenes Instrument, so dass ihr zusammen ein Orchester ergebt.

(Willi Baumeister, Metaphysische Landschaft (mit Punkten), 1954, Öl mit Kunstharz mit Spachtelkitt auf Hartfaserplatte, 120 x 150 cm, Archiv Baumeister im Kunstmuseum Stuttgart, Foto: Archiv Baumeister im Kunstmuseum Stuttgart, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020)

GROSSSTADT

Ab 8 Jahren

Material: Din A4 Papier, weiß, Bleistift, Buntstifte

Otto Dix, Großstadt, 1927/28, Öl und Tempera auf Holz, 181 x 402 cm, Kunstmuseum Stuttgart, Foto: Uwe H. Seyl, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Das Gemälde »Großstadt« von Otto Dix ist ein so genanntes »Triptychon«. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bezeichnet ein dreigeteiltes Bild. In den meisten Fällen besteht ein Triptychon aus einer mittleren Tafel und zwei schmaleren Flügeln. Vielleicht hast Du diese Form schon einmal in einer Kirche gesehen.

Otto Dix zeigt auf seinem Gemälde das Großstadtleben in den 1920er Jahren. Im Mittelteil siehst Du Menschen in einem Lokal, die zu den Klängen von Jazzmusik tanzen. Auf den beiden Seitenflügeln zeigt Dix die Randgruppen der damaligen Gesellschaft. Im Ersten Weltkrieg wurden viele Soldaten verwundet und konnten aufgrund ihrer Verletzungen nicht mehr ihren alten Beruf ausüben. Um sich und ihre Familien zu versorgen, waren sie teilweise gezwungen, auf der Straße zu betteln.

Überlege Dir, wie das Leben heute in unseren Städten aussieht. Teile ein Blatt Papier in drei Teile, indem Du die Seiten zuerst nach innen knickst und dann wieder nach außen. Jetzt hast Du schon die Form eines Triptychons und kannst die drei leeren Flächen mit Deinen Bildern vom Großstadtleben füllen.

(Otto Dix, Großstadt, 1927/28, Öl und Tempera auf Holz, 181 x 402 cm, Kunstmuseum Stuttgart, Foto: Uwe H. Seyl, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020)

DIE DAME IN ROT

Ab 10 Jahren

Material: Din A4 Papier, weiß. Die Malvorlage findest du HIER als pdf, Buntstifte, Wasserfarben

Bei der Dame im roten Kleid handelt es sich um die Tänzerin Anita Berber (1899-1928). Sie war in den 1920er- Jahren eine Berühmtheit und trat in den Nachtlokalen Berlins und anderer Städte auf. Wie Du an ihren Lebensdaten sehen kannst, wurde sie nur 29 Jahre alt. Otto Dix (1891-1969) malte Anita Berber im Jahr 1925 in seinem Düsseldorfer Atelier. Bei dem Gemälde von Anita Berber spricht man von einem Porträt. Als Selbstporträt bezeichnet man Bilder, auf denen die dargestellte Person, sich selbst abgebildet hat.

Dix zeigt die Tänzerin in einem enganliegenden roten Kleid. Auch den Hintergrund des Gemäldes hat er ganz in Rottönen gehalten. Jan, der Sohn von Otto Dix, erzählte einmal, dass sein Vater im Garten besonders die Pflanze Zinnie liebte. Sie erblüht in ganz unterschiedlichen Rottönen, von einem hellen Rot bis zu einem dunklen Violett.

Jetzt bist Du an der Reihe. Auf einem weißen Din A4 Blatt kannst Du Dir die Malvorlage von unserer Website ausdrucken. Versuche Dein Bild überwiegend aus Rottönen zu gestalten und beobachte genau, was passiert, wenn Du dem Rot zum Beispiel mehr Blau zumischst, oder wenn sich Rot mit Gelb verbindet. Du kannst auch versuchen, beim Auftragen der Farben mehr oder weniger Wasser zu benutzen, auch damit erzielst Du unterschiedliche Effekte.

(Otto Dix, Bildnis der Tänzerin Anita Berber, 1925, Öl und Tempera auf Holz, 120,4 x 64,9 cm, Sammlung Landesbank Baden-Württemberg im Kunstmuseum Stuttgart, Foto: Uwe H. Seyl, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020)

EIN TRAUM VON BLÜTENPOLLEN

Ab 5 Jahren

Material: Din A4 Papier, weiß, Bleistift, Buntstifte, Wachsmalstifte

© Wolfgang Laib

Wolfgang Laib arbeitet mit Materialien wie Milch, Reis, Wachs und Blütenstaub. Viele Stunden verbringt er draußen in der Natur, um Blütenstaub von Bäumen und Blumen zu sammeln. Ähnlich wie die Bienen. Aus dem gesammelten Blütenstaub gestaltet er große Blütenstaubteppiche, die wunderbar gelb leuchten und zum Betrachten einladen.

Im Kunstmuseum Stuttgart gibt es einen schmalen Gang, den Wolfgang Laib mit Platten aus Honigwachs verkleidet hat. Beim Betreten hat man den Eindruck als befinde man sich in einem Bienenstock und würde den fleißigen Bienen beim Bau ihrer Bienenwaben helfen.

Wenn Du Deine Augen schließt, kannst Du Dir den Geruch der Honigwachsplatten in Deiner Phantasie vorstellen. Vielleicht hörst Du dann auch das Summen und Brummen der anderen Bienen, die beim Bau der Honigwaben mithelfen. Oder Du denkst daran, welche Blumen die Bienen zum Sammeln der Blüttenpollen angeflogen haben. Welche Farben hatten sie? Wie dufteten sie?

Nun kannst Du Dein eigenes Bienenbild malen. Nimm dazu Bunt- oder Wachsmalstifte und halte fest, was Du Dir in Deiner Phantasiereise alles ausgedacht hast.

Wolfgang Laib, Bienenwachs über Holzkonstruktrion, 1989,
185 x 60 x 900 cm, Höhe bis 378 cm, Kunstmuseum Stuttgart, © Wolfgang Laib

SPRACHSPIELE

Ab 9 Jahren

Material: Din A4 Papier, weiß, Schere, Schnur, Klebstoffstifte

Joseph Kosuth, Visual space has essentially no owner, 1990, Foto: Frank Kleinbach, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Joseph Kosuth war von 1991 bis 1997 Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Das Kunstmuseum besitzt mehrere Werke von ihm. Er zählt zu den sogenannten Konzeptkünstlern. Die Konzeptkunst ist eine Kunstrichtung, die in den 1960er-Jahren in Amerika ihren Ausgang nahm und bis heute viele Künstler begeistert.

Lange Zeit war das handwerkliche Können eines Künstlers ausschlaggebend dafür, ob seine Werke als Kunst betrachtet wurden oder nicht. Mit Erfindung der Fotografie distanzierten sich immer mehr Künstler von der genauen Wiedergabe der Natur, andere Dinge rückten dafür in den Mittelpunkt. Für Künstler wie Joseph Kosuth war vor allem die Idee oder das Konzept ein entscheidendes Merkmal. Ein Konzept kannst Du mit einem Kochrezept vergleichen, das Dir genaue Vorgaben macht, wie Du das Gericht kochen musst. Und so verhält es sich auch mit der Konzeptkunst. Der Künstler hat die Ideen, und andere Menschen können diese Idee nach seinen genauen Vorgaben umsetzen.

Besonders bekannt geworden ist Joseph Kosuth mit seinen Neonschriften. Jetzt kannst Du Deinen eigenen Schriftzug entwerfen. Überlege Dir zuerst ein Wort, und dann legst Du es mit einer Schnur auf einem Blatt Papier nach. Wenn Du zufrieden bist mit Deinem Ergebnis, kannst Du den Faden auch festkleben.

(Joseph Kosuth, Visual space has essentially no owner, 1990, Neoninstallation, 192 x 247 cm, Kunstmuseum Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020)