15 – Ausstellungsrundgang: Kosuth

Joseph Kosuth: »Visual space has essentially no owner«
Joseph Kosuth (*1945) ist einer der bekanntesten Künstler_innen, die Überlegungen des sprachanalytischen Diskurses in ihre Kunst übertragen. Kosuth bezieht sich dabei insbesondere auf die Schriften von Ludwig Wittgenstein und begreift das Kunstwerk als logische Aussage, die das Nachdenken über Kunst anregen soll – und diesen Gedanken weitergeführt: Kunst ist die Reflexion über Kunst. Hierin werden die Zusammenhänge mit der Konzeptkunst, die sich ab Mitte der 1960er-Jahre zu entwickeln begann, deutlich. Denn in dieser Kunstrichtung liegt das Augenmerk auf der Idee, die hinter dem Kunstwerk steckt, und weniger auf deren materieller Ausführung. Dennoch kommt dem Werk große Bedeutung zu, denn es soll die Denkkraft der Betrachtenden aktivieren, die zugrundeliegende Idee nachzuvollziehen und so das Kunstwerk zu vollenden.

Joseph Kosuth, ‚Visual space has essentially no owner‘, 1990, Neoninstallation, 192 x 247 cm, Kunstmuseum Stuttgart, Foto: Frank Kleinbach, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020