14 – Ausstellungsrundgang: Meckseper

Josephine Meckseper: Selling out
Josephine Meckseper (*1964) ist für ihren kritischen Umgang mit dem politischen Zeitgeschehen und der gegenwärtigen Konsumkultur bekannt. Die Vitrine Selling Out (2004) versammelt, einem Schaufenster gleich, Objekte der Warenwelt – ein weißes Herrenhemd mit schwarzgoldener Krawatte, Feinstrumpfhosen und Parfumflakons –, aber auch zwei Bücher: Jean Baudrillards »Lasst Euch nicht verführen« (1983) und die Textsammlung »The Angry Brigade 1967–1984«. Damit ziehen politische sowie ideologie- und gesellschaftskritische Aspekte in diesen Guckkasten des schönen Scheins ein. »The Angry Brigade« war eine anarchistische, militante Bewegung im Großbritannien der 1970er-Jahre. Die Referenz auf den französischen Philosophen Jean Baudrillard wiederum verweist auf dessen komplexe Analysen der Gesellschaft im ausgehenden 20. Jahrhundert. Nach Baudrillard leben wir in einem Zeitalter der Simulation, in dem Wirklichkeit und Täuschung kaum noch voneinander zu trennen sind. Mit Blick auf Konsum- und Luxusgüter wird dies anschaulich, denn sie suggerieren vielen Käufer_innen, Teil einer Welt zu sein, die mit der Realität wenig gemeinsam hat.

Josephine Meckseper, Selling Out, 2004, Mixed Media, 94 x 153,3 x 40,6 cm, Kunstmuseum Stuttgart, Foto: Galerie Reinhard Hauff, Stuttgart, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Courtesy Galerie Reinhard Hauff, Stuttgart