08 – Ausstellungsrundgang: Stenner

Hermann Stenner: Sitzender Akt mit Rosenstrauß auf dem Tisch
Über sein Gemälde Sitzender Akt mit Rosenstrauß auf dem Tisch (1911) schrieb Hermann Stenner (1891–1914): »Ich denke, daß es das Beste ist, was ich bisher gemalt habe. Der Akt mit Rosen […] ist nicht nur gemalt, der ist auch komponiert, und wie.« Der Kopf, die aufgestützte Hand und das Knie des Dargestellten bilden eine Dreieckskomposition. Durch die Positionierung des Sessels teilt Stenner das Gemälde im Verhältnis des Goldenen Schnittes und kreiert damit Harmonie und Ausgewogenheit, welche durch die ungemischten und kräftigen Farben sowie deren Kontraste unterstützt werden. Kalte und warme Farben werden gegenübergestellt und der Komplementärkontrast Rot – Grün wird mehrmals eingesetzt. Stenner definiert die einzelnen Formen und Farbflächen zeichnerisch durch dominierende schwarze Umrisslinien. Sowohl in der formalen als auch in der farblichen Durchgestaltung des Werkes offenbart sich der Einfluss Adolf Hölzels, bei dem Stenner in Stuttgart studiert hat.

Hermann Stenner, Sitzender Akt mit Rosenstrauß auf dem Tisch, 1911, Öl auf Leinwand, 91 x 73 cm, Kunstmuseum Stuttgart, Foto: Kunstmuseum Stuttgart